DHA und postpartale Depression

DHA ist nicht nur für den sich entwickelnden Fötus wichtig, sondern es hat sich auch herausgestellt, dass sie ein entscheidender Nährstoff für die Mutter selbst ist. Die starke Nachfrage nach DHA des sich entwickelnden Embryos bewirkt zusammen mit einer unzureichenden Aufnahme durch die Ernährung in vielen Fällen einen suboptimalen DHA-Spiegel bei der Mutter. Nicht immer wird genug DHA-reicher Fettfisch verzehrt (abgesehen von möglichen Verlusten durch die Zubereitung), was zusammen mit den Bedenken vieler Schwangerer gegenüber dem Verzehr von Fisch aus Angst vor möglichen Verunreinigungen (z.B. Schwermetallen, Dioxinen usw.) häufig bewirkt, dass die DHA-Zufuhr über die Ernährung der künftigen Mutter unzureichend ist.

Das Problem der postpartalen Depression betrifft etwa 10-20% der schwangeren Frauen. Wenngleich ihre Ursachen komplex zu sein scheinen (z.B. umweltbedingt, genetisch, hormonell usw.), gibt es doch immer mehr Indizien, die auf eine direkte Beziehung zwischen einer niedrigen Omega-3-Zufuhr (insbesondere von DHA) und der Gefahr einer Erkrankung an einer postpartalen Depression hinweisen. Ferner auch das Risiko, dass der Säugling künftige Verhaltens- und/oder Lernstörungen aufweist. Verschiedenen Studien ergaben, dass Frauen mit postpartaler Depression geringere Omega-3- und insbesondere DHA-Spiegel aufweisen. Angesichts der während der Schwangerschaft hohen DHA-Nachfrage wurde festgestellt, dass viele Frauen mit postpartaler Depression selbst noch sechs Monate nach der Entbindung im Blut niedrigere DHA-Spiegel aufweisen. Deshalb wird in manchen Studien darauf verwiesen, dass eine angemessene DHA-Zufuhr während der Schwangerschaft mit einem geringeren Auftreten der postpartalen Depression assoziiert wird. Manche Autoren erwähnen als zusätzlichen Vorteil auch einen besseren Schutz vor Blutdrucksteigerungen.

• Beth Levant (2011) N-3 (Omega-3) Fatty Acids in Postpartum Depression: Implications for Prevention and Treatment. Depression Research and Treatment, Vol 2011, pp 16
Coletta JM et al., (2010) Omega-3 fatty acids and Pregnancy. Review in Obstetrics & Gynecology 3(4): 163-171
Koletzko B et al., (2007). Dietary fats intake for pregnant and lactating women. Consensus Statement. Br J Nutr 98: 873-877
Ramakrishran U, Kunsch I, DiGirolamo AM (2009) Role of Docosahexaenoic acid in maternal and child mental health. Am J Nutr 89 (suppl): 958S-62S